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Laut Deuter ist der Aircontact Lite 50+10 der „ideale Begleiter für mehrtägige Trekkingtouren mit leichtem bis mittlerem Gepäck“. Das Aircontact-Rückensystem soll durch die spezielle Konstruktion mit Hohlkammerpolstern für optimale Belüftung sorgen – auch bei sommerlichen Temperaturen. Der Vari-Flex-Hüftgurt bewegt sich mit den Hüftbewegungen mit und soll so den Tragekomfort deutlich erhöhen.
Hauptmerkmale laut Hersteller:
Als ich das Paket öffnete, fiel mir als erstes das Gewicht auf – oder besser gesagt: das geringe Gewicht. Für einen 50-Liter-Rucksack liegt der Aircontact Lite angenehm leicht in der Hand. Die Verarbeitung ist tadellos: Alle Nähte sind sauber verarbeitet, die Reißverschlüsse (übrigens von YKK) laufen butterweich, und das Material fühlt sich robust an, ohne dabei steif zu wirken.
Jetzt wird’s spannend – denn hier entscheidet sich, ob ein Rucksack sein Geld wert ist. Das Aircontact-System von Deuter kenne ich bereits von anderen Modellen, aber die Lite-Version hat mich positiv überrascht. Der Rucksack sitzt wie angegossen, sobald man die richtige Einstellung gefunden hat. Und ja, nehmt euch dafür Zeit! Bei mir hat es drei Anläufe gebraucht, bis Rückenlänge und Hüftgurt optimal eingestellt waren.
Besonders begeistert hat mich der Vari-Flex-Hüftgurt. Bei steilen Anstiegen oder unebenem Gelände bewegt sich der Gurt mit meiner Hüfte mit, statt starr zu sitzen. Das klingt nach einer Kleinigkeit, macht aber bei längeren Touren einen gewaltigen Unterschied. Nach 8 Stunden mit 15 kg auf dem Rücken hatte ich keinerlei Druckstellen – das schaffen nicht viele Rucksäcke.
Ich habe den Rucksack absichtlich im Juli auf eine Tour in die Dolomiten mitgenommen. Bei 28 Grad im Schatten ist das die Nagelprobe für jedes Tragesystem. Mein Fazit: Die Belüftung funktioniert – aber sie ist kein Wundermittel. Der Netzrücken hält den Rucksack auf Abstand zur Wirbelsäule, und die Hohlkammerpolster transportieren tatsächlich Feuchtigkeit ab. Trotzdem: Bei extremer Hitze schwitzt man. Punkt. Aber deutlich weniger als mit Rucksäcken ohne ausgeklügeltes Belüftungssystem.
Hier zeigt Deuter, warum sie seit Jahrzehnten erfolgreich sind. Die Aufteilung des Rucksacks ist durchdacht: Das große Hauptfach lässt sich von oben über den klassischen Rollverschluss befüllen, das Bodenfach erreiche ich separat über einen umlaufenden Reißverschluss. Perfekt für den Schlafsack, den ich so auch mal schnell rauskramen kann, ohne alles andere auszupacken.
Die Seitentaschen sind groß genug für 1-Liter-Flaschen und dank der elastischen Einfassung auch für Stöcke oder eine zusammengerollte Isomatte geeignet. Einziger Wermutstropfen: Die Deckeltasche ist für meinen Geschmack etwas zu klein. Meine Powerbank, Sonnenbrille und Snacks passen zwar rein – aber es wird eng.
Nach insgesamt 12 Touren (3 Mehrtagestouren, Rest Tagestouren) kann ich sagen: Der Rucksack hält, was Deuter verspricht. Keine Abnutzungserscheinungen an kritischen Stellen, die Reißverschlüsse laufen immer noch einwandfrei, und das Material zeigt keinerlei Ermüdung. Selbst die Regenhülle, die ich dreimal im Einsatz hatte, ist noch wie neu. Das nenne ich deutsche Wertarbeit – auch wenn sie aus Vietnam kommt.
Der Deuter Aircontact Lite 50+10 ist ein echter Allrounder, der mich auf ganzer Linie überzeugt hat. Besonders das Tragesystem mit dem Vari-Flex-Hüftgurt hebt ihn von der Konkurrenz ab. Klar, mit einem Preis von knapp 200 Euro ist er kein Schnäppchen – aber bei Outdoor-Ausrüstung gilt: Wer billig kauft, kauft zweimal.
Für wen ist der Rucksack ideal? Für alle, die Mehrtagestouren mit 3-5 Tagen Dauer planen und dabei Wert auf Tragekomfort legen. Für Ultraleicht-Wanderer ist das Eigengewicht von 1,9 kg vielleicht schon zu viel, und wer mehr als 60 Liter braucht, sollte zum größeren Aircontact Core greifen. Aber für die „normale“ Wanderer-Mehrheit trifft Deuter hier genau ins Schwarze.
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