CUBE AMS ZERO99 C:68X SLX – 29″ im Praxistest
Mit dem CUBE AMS ZERO99 C:68X SLX – 29 habe ich ein reinrassiges Race-XC-Fully getestet, das sich an ambitionierte Mountainbiker richtet. Wer auf Geschwindigkeit, ein niedriges Gewicht und kompromisslose Performance setzt, findet hier ein Bike ohne unnötigen Ballast – und ganz ohne Motor. Bio sozuagen!
Schon nach den ersten Kilometern wurde mir klar: Der Fokus liegt auf maximalem Vortrieb, einem effizienten Fahrwerk und präzisem Handling. Genau das macht das AMS ZERO99 zu einem starken Begleiter für Rennen und schnelle Touren auf anspruchsvollen Trails.
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Die Firma
Cube wurde 1993 von Marcus Pürner im oberpfälzischen Waldershof im Fichtelgebirge gegründet. Damals kaufte er Rahmen in Asien ein, montierte diese mit ausgewählten Komponenten und verkaufte die fertigen Bikes zu einem hervorragenden Preis-Leistungs-Verhältnis.
Auch heute hat Cube seinen Hauptsitz noch immer in Waldershof, unweit von Marktredwitz. Inzwischen ist die Marke in mehr als 60 Ländern vertreten und zählt zu den größten Fahrradherstellern der Welt.
Bei meinem Test des CUBE AMS ZERO99 C:68X SLX – 29 zeigt sich, wie breit Cube mittlerweile aufgestellt ist. Vom Mountainbike über E-Bikes bis hin zu Renn- und Trekkingrädern deckt der Hersteller nahezu alle Fahrradsegmente ab. Dabei bleibt Cube seinen Wurzeln in der Oberpfalz treu und verbindet Qualität, Innovation und ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis.
Datenblatt
- Rahmen: C:68X® Monocoque Advanced Twin Mold Technology, FSP 4-Link, Boost 148, UDH™
- Gabel: Fox 34 SC Float Factory GRIP SL mit 110 mm Federweg, 2-Position Remote, Kashima Coating
- Dämpfer: Fox Float SL Factory Remote (190×40 mm), 2-Position Remote, Kashima Coating
- Schaltung: Sram X0 Eagle AXS™ (12-fach) Transmission, Pod Controller
- Kurbel: Sram X0 Eagle™ Transmission, 32T
- Kassette: Sram XS-1275, 10-52T
- Kette: Sram GX Eagle™ Transmission
- Bremsen: Magura MT8 SL, hydraulische Scheibenbremse (180 mm vorne, 160 mm hinten)
- Laufräder: Newmen Phase 30 light/light Carbon, Tubeless Ready, 29″ (Schwalbe Racing Ray/Racing Ralph, 2.35″)
- Lenker/Vorbau: Newmen Advanced 318.0 Carbon, 740 mm / Newmen Evolution SL 318.2
- Sattelstütze: Fox Transfer Factory 30.9 mm, absenkbar
- Gewicht: ca. 10,7 kg (Zul. Gesamtgewicht: 115 kg)
- Besonderheiten: Rahmengewicht ca. 1600 g, Winkelverstellung am Steuerrohr, Platz für breite 2.4″ Reifen
- Farbe: liquidgoblin´n´white
Das sagt der Hersteller
Die wichtigsten Voraussetzungen für maximalen Speed? Geringes Gewicht und höchste Effizienz! Der AMS ZERO99 C:68X 29 Rahmen erfüllt diese Anforderungen nahezu perfekt. Er besteht aus unserem hochwertigsten Carbonmaterial und wiegt nur etwa 1600 g. Dazu bietet er genug Platz für 2.4 Zoll breite Reifen, die selbst unter härtesten Geländebedingungen hervorragenden Grip und Kontrolle bieten. Gemeinsam mit unserem Cross-Country-Team und U23-Europameistern haben wir uns außerdem für längere Kettenstreben entschieden.
Dadurch können wir bessere Klettereigenschaften generieren und gleichzeitig ein herausragendes Handling ermöglichen. Schlanke Rohrsätze sorgen für ein komfortables, anstatt ruppiges Fahrverhalten und mit den integrierten Lagerschalen zur Winkelverstellung lässt sich der Steuerrohrwinkel feinjustieren. 110 mm Federweg am Vorderrad in Kombination mit einer auf Agilität und Tempo ausgelegten Geometrie erledigen den Rest. Kurz: Gegen diese Speed-Maschine hat die Konkurrenz praktisch keine Chance!
Quelle: https://www.cube.eu/de-de/cube-ams-zero99-c-68x-slx-29-liquidgoblin-n-white/833200
Erfahrungsbericht
Von der AMS-Serie bei Cube gibt es drei Modellvarianten: das AMS ZERO99 C:68X RACE für 4.599 €, das AMS ZERO99 C:68X SLX für 6.199 € und das AMS ZERO99 C:68X SLT für 7.599 €. Alle Modelle basieren auf dem gleichen leichten C:68X-Carbonrahmen mit einem Gewicht von etwa 1.600 bis 1.650 Gramm. Die Unterschiede liegen ausschließlich in der jeweiligen Ausstattung.
Geliefert werden die Bikes ohne Pedale. Ich habe mich deshalb entschieden, mein altbewährtes Shimano-SPD-System durch die Hope Union Trail Klickpedale zu ersetzen, um einfach ma was neues zu probieren.
Beim Rahmen und Fahrwerk zeigt sich schnell, wo die Stärken des Cube AMS liegen: Der Rahmen setzt Maßstäbe in Sachen Steifigkeit und Leichtbau. Mit rund 1.600 bis 1.650 Gramm ein wahres Leichtgewicht. Das Bike will nicht gemütlich gefahren werden – es will Speed, Anstiege und Trails.
Die verlängerten Kettenstreben verbessern das Kletterverhalten und das Handling, besonders auf verwinkelten XC-Strecken. Die 110-mm-Fox-Gabel und der Fox-Dämpfer mit Factory-Remote sprechen feinfühlig an und bieten auf technisch anspruchsvollen Trails viel Kontrolle und Komfort im sportlichen, effizienten Bereich. Der Hinterbau arbeitet dabei sehr präzise und spurtreu und bringt die Kraft direkt auf den Untergrund.
Beim Antrieb und den Bremsen setzt Cube auf die elektronische SRAM X0 Eagle AXS Schaltung, die extrem präzise und schnell arbeitet – und auch im Alltag zuverlässig funktioniert, solange die Stromversorgung stimmt. Hier ist allerdings das Problem, das der Schalthebel von SRAM ein kleiner Stromfresser ist. So dürfte ich bereits nach 900 Kilometern, die Batterie vorne wechseln.
Die Magura MT8 SL Bremsen sind für mein Gewicht von knapp 95 Kilogramm allerdings nicht stark genug. Zwar bin ich nie in kritische Situationen geraten, dennoch habe ich auf schnellen Abfahrten kein wirklich sicheres Gefühl gehabt. Die Bremsleistung entspricht nicht meinen Erwartungen, weshalb ein Umbau geplant ist. Cube verbaut am AMS ZERO99 C:68X vorne eine 180-mm- und hinten eine 160-mm-Bremsscheibe.
Vielleicht liegt es auch daran, dass ich auf meinem Enduro-Bike eine Vierkolbenbremse fahre, die mir in der Abfahrt deutlich mehr Sicherheitsgefühl vermittelt.
Bei den Laufrädern und Reifen setzt Cube auf Carbonlaufräder von Newmen. Diese sind leicht, steif und beschleunigen extrem schnell. In Kombination mit den Schwalbe-Reifen ergibt sich ein sehr stimmiges Setup für Speed und Grip im Gelände. Selbst auf ruppigen XC-Kursen bleiben Spurtreue und Laufruhe erhalten.
Das Fahrverhalten ist insgesamt sehr direkt, straff und spritzig – ideal für Racer. Jede Kurbelumdrehung und jeder Watt an Kraft auf den Pedalen wird spürbar effizient in Vortrieb umgesetzt, ohne merkliche Verluste.
Weniger angenehm waren für mich die original verbauten Griffe. Bereits nach kurzer Zeit bekam ich Schmerzen in den Händen. Nach weniger als 150 Kilometern habe ich deshalb auf meine gewohnten Ergon-Griffe umgerüstet.
Die absenkbare Fox-Sattelstütze bringt zusätzliche Sicherheit im Gelände, auch wenn sie in dieser Preisklasse mittlerweile bei vielen Bikes zum Standard gehört.
Bei der Ausstattung überzeugt das Bike mit einer SRAM X0 Eagle AXS elektronischen Schaltung, dem Fox Float SL Factory Dämpfer sowie der Fox 34 SC Float Factory GRIP SL Gabel. In dieser Preisklasse ist das aus meiner Sicht kaum zu schlagen und wird von wenigen Herstellern so angeboten.
Kritik gibt es jedoch bei Kleinigkeiten: So ist die Aheadsetkappe aus Kunststoff gefertigt und brach beim ersten zu anziehen der Kappe. Bei einem Bike jenseits der 6.000 € ist das aus meiner Sicht eine unnötige Sparmaßnahme an der falschen Stelle und schmälert den sonst positiven Gesamteindruck.
Fazit
Das CUBE AMS ZERO99 C:68X SLX – 29 ist ein kompromissloses Cross-Country-Race-Fully, das Gewicht, Steifigkeit und Ausstattung sehr gelungen miteinander kombiniert. Für ambitionierte XC-Fahrer, Marathonteilnehmer und Technikfans, die maximale Performance suchen, ist dieses Modell absolut empfehlenswert. Besonders die elektronische Schaltung, das Fox-Fahrwerk und die durchdachte Rahmengeometrie machen das Bike zu einem echten Highlight – agil, schnell und bereit für den Einsatz im Rennen.
Einziges Manko bleiben für mich die offenen Fragen zum Produktionsprozess des Bikes. Cube gewährt hierzu leider keinen Einblick und reagiert auf entsprechende Anfragen nicht weitergehend – ähnlich wie viele andere Hersteller in der Branche. Auch das Thema Nachhaltigkeit wirkt insgesamt eher vage kommuniziert. Zertifikate oder detaillierte Nachweise sind online nicht frei einsehbar. Daher ziehe ich in der Gesamtnote einen Punkt ab.